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BIOS Updateanleitung

News & Infos

6.Sep.2010

Dran gedacht?
Dass Sie beim Chipkauf gleich das passende Auszieh-werkzeug (PLCC / DIL) mitbestellen?

english  

 

Wichtige Grundregeln zum erfolgreichen BIOS-Update
Never touch a running System !
Wenn alles vernünftig läuft, sollte man sich ein Update 2-mal überlegen. Nur wenn neue Hardware (z.B. grössere Festplatte) vom BIOS nicht korrekt unterstützt wird, oder ein Bug (Fehler) bereinigt wurde, sollte ein BIOS-Update in Betracht kommen.
Bei einem PC-Komplettkauf sollte das BIOS-Update und das dazugehörige Flashprogramm direkt vom PC-Hersteller (Dell, Compaq, Medion) bezogen werden. Wurde dagegen der PC selbst zusammengeschraubt, kommt nur der Mainboard-Hersteller in Betracht.
Das BIOS-Update muss exakt zum Mainboardtyp passen. Inklusive der Versions- bzw. Revisionsnummer.
Benutzen Sie eine DOS-Bootdiskette und die DOS-Version des Flashprogramms, anstatt die fehlerhaften Flashprogramme, die unter Windows laufen !
Sichern Sie vorher Ihr altes BIOS. Schreiben Sie sich eventuell auch die Einstellungen im BIOS-Setup ab, denn nach einem Update sind die alten Einstellungen weg.
Fehler? Schalten Sie den PC bei Update-Fehlern niemals aus! Nur so besteht die Chance auf eine Rettung.

Achtung: die nachfolgenden Tipps (vorzugsweise für das AWARD-BIOS) beschreiben nur ein standardmässiges Flashupdate, wie es auf den meisten Mainboards funktionieren sollte. Eine Garantie, dass es so auch bei Ihnen funktioniert, können wir nicht geben. Schauen Sie deshalb bitte auch in die vom Mainboardhersteller bzw. PC-Hersteller bereitgestellten README-Dateien, die i.d.R. den BIOS-Updates beiliegen!

Übertaktung/Tuning deaktivieren

Achten Sie darauf, dass der PC beim BIOS-Update weder übertaktet, noch anderseitig in den BIOS-Einstellungen (Speichertuning, Busfrequenz,...) Konflikte verursachen kann. Am besten stellt man dazu sein BIOS-Einstellungen auf: "Load Bios Defaults" , "Load Setup Defaults" , oder "Safe Settings" zurück.

Bootreihenfolge im BIOS auf [A: C:]

Im BIOS-Setup muss die Bootreihenfolge auf [A: C:] gestellt werden, damit der PC beim Start zuerst auf das Diskettenlaufwerk zugreift.

Schreibschutz entfernen

Einige Mainboards besitzen eine BIOS-Einstellung ("Flash Bios Protection", " Firmware Write Protect", "Bios Guardian" oder "BIOS-ROM Flash-Protect", die man vorher auf "disabled" setzen muss.

Andere Mainboards haben einen Jumper (Steckbrücke), der das versehentliche Löschen verhindern soll. Der Jumper befindet sich meistens in direkter Nähe des Flash-Bausteins und muss für das Update, bei einem stromlosen PC(!) entweder umgesetzt oder entfernt werden.

Bootdiskette erstellen

Zum Flashen unter DOS wird eine DOS-Bootdiskette benötigt, auf der sich nur 3 Dateien, ausser den Dateien für das Flashen, befinden dürfen:

  • COMMAND.COM

  • IO.SYS

  • MSDOS.SYS

Um das zu Überprüfen schaut man sich die Diskette am besten mit dem Windows-Explorer an, wobei vorher im Explorermenü unter "Ordneroptionen / Ansicht", die beiden Optionen: "geschützte Systemdateien ausblenden" und "versteckte Dateien und Ordner ausblenden" deaktiviert werden müssen.

DOS:
mit der Eingabe "format a: /s"

Win98:
im Kontextmenü des Diskettenlaufwerks "Formatieren / Vollständige Formatierung" und bei "Weitere Optionen / Systemdateien kopieren" auswählen.

WinME:
unter "Systemsteuerung / Software / Startdiskette erstellen" und "eine komplette Startdiskette erstellen" auswählen.

Win2000:
auf der Win2000-CD im Ordner "\Valueadd\3rdparty\Ca_antiv" die Datei "MAKEDISK.BAT" ausführen. Eigentlich zum Starten eines Antiviren-Programms gedacht, erstellt diese Batchdatei auch eine fürs BIOS-Flashen dienliche Bootdiskette. Es müssen evtl. noch überflüssige Dateien gelöscht werden, die nicht dazu gehören (siehe weiter oben).

WinXP:
im Kontextmenü des Diskettenlaufwerks "Formatieren / MS-DOS-Startdiskette erstellen" auswählen.

BIOS-Updatedateien auf Bootdiskette kopieren

Nachdem die Bootdiskette erstellt wurde, müssen jetzt noch die für das BIOS-Update erforderlichen Dateien dazukopiert werden. Die meisten Updatedateien, die man sich von den Herstellern herunterladen kann, liegen in gepackter (komprimierter) Form vor. D.h. die Dateien müssen, bevor sie auf Diskette kommen, entpackt werden. Dies geschieht meistens per Doppelklick auf eine ausführbare ".exe"-Datei, bzw. bei Dateiendungen mit ".zip" oder ".rar" mit einem Packprogramm wie WINZIP oder WINRAR.

Nachdem sich alle Dateien auf Diskette befinden, kann es sein, dass einige Hersteller neben dem Flashprogramm und der Updatedatei auch eine ".BAT"-Datei, meistens mit Namen wie: "start.bat" , "flash.bat" , oder ähnlich, dazugelegt haben. Diese Batchdatei startet dann automatisch das Flashprogramm, inklusive Parameter und die Updatedatei. (Es lohnt sich also wirklich erst einmal ein Blick in die README-Datei des Herstellers zu werfen :-) )

Fehlerüberprüfung und Virencheck

Am Schluss sollte man die Diskette über das Laufwerk-Kontextmenü "Eigenschaften / Extras / Fehlerüberprüfung" auf Fehler prüfen und mit einem evtl. vorhandenen Virenscannerprogramm nach Schädlingen überprüfen.

Jetzt gehts los! Neustart von Diskette

Wenn alles geklappt hat, sollte jetzt ein schwarzer Bildschirm, der alte berühmte "DOS-Prompt" (A:\>) erscheinen.

Da kein deutscher Tastaturtreiber installiert wurde, arbeiten wir jetzt mit der amerikanischen Tastaturbelegung! Das heisst, einige deutsche Tasten sind nun vertauscht: "Z nach Y" , "- nach /" , "_ nach ?" und noch einige andere...

Aufruf des Flashprogramms (mit Parameter)

Unser Flashprogramm, hier im Beispiel bei einem AWARD-BIOS, heisst "awdflash.exe". Es gibt natürlich noch diverse andere Flashprogramme, mit Namen wie: "amiflash", "phlash", pflash", "flash"... Sie alle besitzen unterschiedliche Parameter, die man sich mit folgenden Aufruf von der Kommandozeile (DOS-Prompt) ansehen kann:

"A:\>Flashprogrammname /? (oder /H)".

Viele Mainboardhersteller raten an dieser Stelle, das Programm "awdflash.exe" gleich mit Parametern aufzurufen. Bewährt hat sich dazu der folgende Aufruf:

"A:\>awdflash.exe kt7a_kk.bin /cc /cd /cp /py /sy /cks /R"

Erklärung:
kt7a_kk.bin = Updatedatei (Beispiel)
/cc = lösche CMOS nach dem Programmieren
/cd = lösche DMI nach dem Programmieren
/cp = lösche PNP(ESCD) nach dem Programmieren
/py = Programmiere den Flashbaustein
/sy = sichere das alte BIOS auf Diskette unter: "OLDBIOS.BIN"
/cks = zeige die Checksumme der Updatedatei
/R = Reset (Neustart) nach dem Programmieren

Der eigentliche Flashvorgang

Unterbrechen Sie niemals ein laufendes BIOS-Update!

Während des Updates wird der Vorgang in farbigen Blöcken gemessen und angezeigt:

  • "Weiss" zeigt an, dass alles in Ordnung ist.

  • "Rot" zeigt Fehler an

  • "Grün" Bereiche, die nicht geflasht werden, an.

  • Die letzten 4 "Blauen" Blöcke repräsentieren den BIOS-Bootblock, der dazu dient, das BIOS vor Beschädigung zu schützen. Er sollte nicht jedes Mal programmiert werden (awdflash-Parameter: "/Sb" = überspringe Bootblock-Programmierung).

Wenn dieser "BIOS-Boot Block" intakt bleibt, wenn das BIOS während des Programmierens beschädigt wird, können Sie beim nächsten Mal von einer bootbaren Diskette Ihren Computer starten. Hierdurch können Sie Ihr BIOS erneut flashen, ohne technische Hilfestellung von Ihrem Händler oder von biosflash anfordern zu müssen.

"Restart and Pray" - Neustart des PCs

Nachdem der Flashvorgang erfolgreich beendet wurde, startet der PC (dank awdflash-Parameter: "/R") neu. Hier rate ich, dass Sie den PC erst einmal komplett ausschalten, dann die evtl. noch eingelegte Diskette entfernen und erst dann den PC erneut einschalten.

Begeben Sie sich dann sofort ins BIOS-Setupmenü, indem Sie gleich nach dem Einschalten die "ENTF"- bzw. "DEL"-Taste (beim Award-BIOS) gedrückt halten.

Jetzt sollte man die Default-Einstellungen laden ("Load Bios Defaults" , " Load Setup Defaults" , "Safe Settings", "Load Optimized Defaults", "Load Default Settings", oder ähnlich).

Damit werden die (optimierten) Grundeinstellungen, die der Mainboardhersteller vorgibt, geladen, mit denen das Mainboard auf jeden Fall lauffähig sein sollte. Eventuell müssen einzelne Einstellungen (CPU-Taktrate, FSB, Bootreihenfolge, etc.) noch manuell angepasst werden.

CMOS löschen bei "CMOS Checksum Error"

Wann immer Sie Ihr BIOS aktualisieren, oder wenn sich das System aufgrund falscher CPU-Parametereinstellungen aufhängt (hier hilft auch oft das Festhalten der "ENTF"-Taste schon vor dem Einschalten und bis der erste Boot-Pieps nach dem Einschalten ertönt), löschen Sie das CMOS. Oft erhält man eine Fehlermeldung wie "CMOS Checksum Error", oder ähnlich.

Das CMOS ist ein batteriegepufferter Speicherbaustein, der die BIOS-Einstellungen (Festplattenparameter, Bootreihenfolge, etc.) enthält. Bei einem BIOS-Update kann es daher vorkommen, dass sich alte CMOS-Registerwerte mit neuen Einstellungen nicht vertragen, bzw. sogar in anderen Registern abgelegt werden.

Wie Sie das CMOS löschen, erfahren Sie aus dem Mainboardhandbuch. Meistens müssen Sie dafür einen Jumper (Steckbrücke) bei einem stromlosen(!) PC für kurze Zeit (5-30 Minuten) umsetzen bzw. entfernen.

Oft findet man den Jumper in der Nähe der Batterie (meist eine Knopfzelle) mit der Beschriftung "RTCLR" , "CLRCMOS" , "CLRCMS" , "CMOS_CLEAR" , "Clear RTC" , oder ähnlich.

Bei anderen PCs muss man z.B. die Knopfzelle herausnehmen und verkehrt herum wieder für einige Zeit einsetzen. Damit werden einfach die Kontakte überbrückt/kurzgeschlossen, wie bei einem Jumper. Eventuell muss der PC dafür sogar eingeschaltet werden. (näheres dazu im jeweiligen Mainboardhandbuch)

BIOS-Update fehlgeschlagen

Leider kommt es doch manchmal vor, dass das BIOS-Update "in die Hose" geht. Dann bricht das Flashprogramm einfach ab, und man landet wieder am DOS-Prompt.

SCHALTEN SIE DANN DEN PC NIEMALS AUS !

Als erstes sollten Sie versuchen, das Update zu wiederholen.

Hatten Sie dagegen aber einen Stromausfall oder etwas ähnliches und der PC hängt beim Hochfahren, wird es schwieriger:

Dualbios (Backup-BIOS):
Sie sind stolzer Besitzer eines Mainboards mit Dualbios - das ist ein zweiter Flashbaustein, der als Backup dient - dann reicht ein Jumper oder Tastenfolge zum Reaktivieren des BIOS (siehe Mainboardhandbuch).

Unversehrter BIOS-Boot-Block:
Zu den hier folgenden Tipps wäre eine ISA / VESA-Grafikkarte hilfreich, denn der Boot Block Code unterstützt keine PCI-Grafikkarten. Mit einer PCI-Grafikkarte bleibt der Bildschirm dunkel, funktioniert aber dennoch, indem Meldungen durch Beep-Töne aus dem PC-Lautsprecher erfolgen:

AWARD-BIOS:
Hierzu wird wieder unsere Bootdiskette benötigt, mit einer Änderung:
Man braucht zusätzlich eine Datei namens "AUTOEXEC.BAT", die man mit einem Texteditor auf einem anderen PC anlegt, und die nur den folgenden einzeiligen Eintrag enthält:

"awdflash.exe updatedateiname /py /sn" (ohne Anführungszeichen!)

Dann von Diskette booten und auf die Piepstöne aus dem PC-Lautsprecher achten:

Während des Bootens:
Zwei kurze Beeps = keine Bootdiskette in Laufwerk A:
Sich ständig wiederholende kurze Beeps = kein Diskettenlaufwerk vorhanden

Nach der Flashprogrammierung:
Sich ständig wiederholende lange Beeps = Programmierung abgeschlossen. NEUSTART!

AMI-BIOS:
Hier wird eine leere und formatierte Diskette benötigt. Kopieren Sie Ihre Updatedatei auf Diskette und benennen Sie sie in "AMIBOOT.ROM" um.

Jetzt den PC neu starten und dabei die Tasten "<Strg><Pos1>" gedrückt halten, bis Sie einen Piepston hören. Die Tasten loslassen und warten. Der Bildschirm bleibt dabei auch weiterhin schwarz. Nach 10-30 Sekunden sollten 4 Piepstöne zu hören sein, die aussagen, dass das BIOS neu programmiert wurde.

PHOENIX-BIOS:
Hier muss auf dem Mainboard ein Jumper auf "Recovery Mode" gesetzt werden, um dann von einer so genannten "Crisis Recovery Disk" booten zu können, die das BIOS wiederherstellen soll. Diese Diskette erhalten Sie ebenfalls beim Mainboardhersteller.

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